Ich weiß nicht, ob du auch einen inneren Antreiber hast, ich habe auf alle Fälle einen. Das war mir bisher gar nicht so bewusst. Doch dann flog ich mit meinen Mann in den Urlaub und mein Reisehitler zeigte sich an unseren ersten Hochzeitstag, den wir uns ganz besonders gestalten wollten. Im Nachgang kann ich sagen, wir haben den Tag zu was ganz besonderem werden lassen und wir beide sind uns einig, so feiern wir keinen weiteren Hochzeitstag mehr! Denn in der Ruhe liegt die Kraft und man muss ja auch noch Zeit zum Genießen haben.

An dem Tag habe ich meinen inneren Antreiber also entlarvt. Motiviert davon, uns einen fantastischen Tag zu bereiten, habe ich tatsächlich vergessen, uns Zeit zum Genießen zu lassen. Viel sehen, viel schaffen, schnell, schnell, los, los. Ja, das kennen sicher viele von uns, nicht nur aus dem Urlaub, sondern auch aus dem normalen Alltag. Man hat seinen Plan im Kopf, beeilt sich und ist gefühlt trotzdem immer zu langsam und schafft nicht genug. Egal ob beim Hausputz, auf Arbeit, bei der Umsetzung seines Herzensprojektes oder an einem freien Wochenende – oft machen wir uns selber Druck und damit Stress! Das fatale daran, wir bekommen es meist gar nicht mit. Unser Antreiber bleibt im unbewussten und macht uns im schlimmsten Fall krank.

Meine Entlarvungsbrille habe ich nach dem Urlaub gleich aufbehalten und arbeite weiter daran, meine stillen Antreiber ausfindig zu machen. Echt total spannend. Es kann mir nur zugutekommen, denn Stress; Hasst und Druck führen dazu, dass sich der Körper mehr verspannt und verkrampft. Und das wiederum ist nicht gut, wenn du Schmerzpatient bist oder zu Panik und Angst neigst. So ein angespannter Körperzustand begünstigt das Auftreten von Symptomen. Aber nicht nur das, es kann einen auch mal schnell das Gefühl von: “Mir wird alles zu viel” bescheren. Also lieber 3 Gänge runter schalten!

Inneren Antreiber stoppen, aber wie?

  • hau dir ein Stopp rein (sag es laut oder denk dir ein Stopp, sobald du merkst du hetzt wieder)
  • plane dir Pausen ein (kleiner Spaziergang, Tasse Tee in Ruhe trinken, bewusst Atmen usw.)
  • halte auch mal kurz inne und fühle in dich rein (Wie geht es mir? Was brauche ich gerade?)
  • führe nur eine Tätigkeit aus und nicht mehrere parallel (Multitasking können wir nicht, auch nicht Frauen…)
  • erlaube es dir, eine Aufgabe nicht gleich komplett fertig zu stellen (räume es dir ein, diese am nächsten Tag oder den Tag darauf zu beenden)
  • bleib mit deiner Arbeit am Ball, sodass du später nicht einen Berg voll zu erledigen hast, aber überfordere dich nicht (das Maß ist ausschlaggebend; lieber kontinuierlich etwas machen, als krasse Hauruck-Aktionen)

Merke: Die Arbeit rennt nicht weg! Das Leben funktioniert so – bist du mit einer Aufgabe fertig, dann kommt auch schon die nächste oder du fängst wieder von vorne an (z.B. Hausarbeit, Gartenarbeit). Also versuche es ruhiger anzugehen, alles andere ist verrückt.

Ab in den Bummelzug

Ich übe mich jetzt als Aussteiger. Mag den verrückten Antreiber nicht mehr und steige aus. Ich steige aus, aus dem Express und setz mich in die Bummelbahn. Die bringt mich auch ans Ziel. Aber ich bekomm noch was vom Leben mit. Es wird öfter Halt gemacht und die Luft zum Atmen fegt durch den Wagon des Lebens. Herrlich. Voll ist es auch nicht, denn die Menschen sind Express gewöhnt und rauschen lieber mit Höchstgeschwindigkeit ins Ziel und darüber hinaus. Und wenn der Schaffner kommt und sagt, sie müssen die Strecke mit dem ICE fahren, denn das geht schneller. Dann sag ich nur: >>GAR NÜSCHT MUSS ICH!!!<< Tschüss. Von Herzen, deine Madeleine