Ich bin glücklich, trotz Schmerzstörung. Das ist auch kein Zufall! Ich habe mir diesen Zustand, das “Glücklichsein” hart erarbeitet. Wenn du jetzt denkst “glücklich sein” und “hart erarbeitet”, das beißt sich doch irgendwie. Dann kann ich diesen Gedanken vollkommen verstehen. Ich dachte schließlich auch mal, die Sache mit dem Glück muss ganz einfach sein und fällt einem in den Schoss. Manchen Menschen vielleicht. Aber wenn ich ehrlich bin, so ein Mensch war ich nicht, vielleicht auch nicht mehr. Vielleicht ist mir diese Eigenschaft mit den Jahren abhandengekommen. Diese Leichtigkeit verflogen. Vielleicht ist da aber auch eine Wunde, die ich jetzt erst heilen kann.
Klar ich hatte auch glückliche Momente und Spaß in meinem Leben. Aber irgendwie verflog dieser Zustand auch immer wieder recht schnell. Es waren Erlebnisse die mich glücklich machten oder Menschen, von denen ich mein Glück abhängig machte. So jagte ich dem Glück hinterher. Immer suchend, immer wartend, immer nur hinterher und nicht in der Hand.

Wie ich mein Glück fand

Aber ich muss von weiter vorne ausholen. Das Glücklichsein eine Entscheidung ist, die man jeden Tag neu treffen muss, das habe ich auf meinem bisherigen Weg gelernt. Als meine Symptome, vor über 3 Jahren, so deutlich wie noch nie zum Vorschein kamen, stand ich irgendwann vor der Frage: >Will ich in diesem Leben glücklich sein oder nicht?<
Umso lauter ich mir diese Frage mit einem : >Ja, ich möchte glücklich sein <, beantwortete, umso mehr bin ich gegangen, gegangen in Richtung Glück! Es ist ein Lernprozess. Wenn wir uns für ein JA  entscheiden, dann müssen wir den Arsch bewegen und von alten unnützen Denkweisen, alten Verletzungen und daraus resultierenden Handlungen abweichen. Wir müssen alte Wunden heilen lassen und dürfen uns im Verzeihen üben. Aber wir müssen auch manche Dinge radikal Akzeptieren, ohne “Wenn” und “Aber”. Das ist ein Weg, ich weiß, aber es lohnt sich, diesen Weg zu gehen.

Glücklichsein – ich ändere meinen Blick

Wenn wir glücklich sein möchten, dann müssen wir unseren Blick ändern. Er richtet sich dann nicht mehr auf das, was noch fehlt oder auf die Dinge, die wir nicht mehr machen können. Noch richtet sich der Blick nur auf den Schmerz, den wir tragen. Wir lassen auch den Vergleich mit anderen sein, denn das macht uns oft unglücklich. Nein, vielmehr richten wir unseren Blick auf das Positive und Schöne, auf die helle Seite im Leben. Wir halten Ausschau nachdem, was uns Freude bereitet und mit Glück erfüllt und tun dies dann auch. Jetzt dürfen wir lernen, unseren Fokus neu zu setzen.

Selbstverantwortung und Glücklichsein

Es ist wichtig, die Selbstverantwortung für unser Leben zu übernehmen. Das schließt auch mit ein, dass wir die Verantwortung über unser eigenes Glücksbarometer tragen. Niemand anderes ist zuständig für unser eigenes Glück! Ja, das bedeutet, die ganze “Arbeit” bleibt an uns hängen, aber das bedeutet auch, Unabhängigkeit! Und ist das nicht ein tolles Gefühl, glücklich sein zu können, ohne das ein anderer uns etwas dafür geben muss.

Immer glücklich sein?

Nein, die Sonne muss uns nicht stets und ständig aus dem Allerwertesten strahlen. Es ist ok, wenn wir auch mal traurig sind oder vielleicht gar kein Gefühl haben, sondern einfach “nur” leben. Das ist ganz normal. Dieses -Wir müssen immer glücklich sein-, ist irgendwie bei vielen von uns, ein selbst auferlegter Erwartungsdruck geworden. Vielleicht sind wir auch etwas Glückssüchtig, der Mensch neigt ja bekanntlich zur Gierigkeit. Ein Gedanke von mir ist auch, dass wir vielleicht den Zustand von der Abwesenheit des glücklich sein, mit Traurigkeit gleichsetzten. Weil wir es nicht greifen können, dass zwischen beiden Zuständen noch mehr ist.
Also lehn dich zurück und sei. Mal schauen was passiert, vielleicht hast auch du bald das Glück in der Hand. Von Herzen, deine Madeleine

 

Ich danke der Fotografin: Detailpoesie Fotografie