Seit 3 Jahren faste ich im Frühjahr. Meist im Mai, aber dieses Jahr hab ich es endlich mal vor Ostern geschafft, ganz klassisch also. Mein Mann zieht da auch mit, was mich sehr begeistert. Erstens, finde ich es toll, dass er auch was für seine Gesundheit tut und der zweite Grund ist purer Egoismus. Es ist in einem Haushalt einfach sehr anstrengend, wenn einer 8 Tage Basen fastet und der andere ganz normal essen kann. Irgendwann tropft einen dann selber der Zahn und man entwickelt viel schneller Gelüste. Außerdem kann so ein direkter Austausch stattfinden, mit jemanden, der gerade das Gleiche durchmacht. Das fanden wir immer sehr hilfreich und spannend. Man motiviert sich auch gegenseitig, das ist eine wahre Unterstützung.

Warum ich mich für 8 Tage Basenfasten entschieden habe

Für mich ist das einfach nichts, mit dem kompletten Verzicht auf Essen. Alleine die Vorstellung daran finde ich schrecklich. Ich esse gerne und will nicht eine Woche auf Nahrung verzichten. Da bin ich ein Frack und das möchte ich mir und meiner Umwelt nicht “antun”. Darum höre ich auf meinen Bauch, im wahrsten Sinne des Wortes. Deswegen habe ich mich bewusst für 8 Tage Basenfasten entschieden. Basenfasten bringt den Vorteil mit sich, dass ich nicht komplett auf Essen verzichten muss und dennoch von der positiven Wirkung des Fastens profitiere. Denn Fasten ist gesund! Richtig durchgeführt reinigen wir damit unser ganzes Darmsystem und entschlacken Leber und Nieren. Frühjahrsputz für unseren Körper!
Mittlerweile ist es wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich eine Phase des bewussten Verzichtes auf unseren Körper sehr gesundheitsfördernd  auswirkt. In früheren Zeiten, als uns Nahrung noch nicht ständig und auf einfachste Weise zur Verfügung stand, war das Ganze noch kein Thema, denn so war der normale Lauf der Dinge. Für unsere Urahnen war es ganz natürlich, dass es Phasen des nichts essen gab, weil zum Beispiel die Jagt nicht erfolgreich war. Aber heute leben wir in einem Zeitalter des Überfluss, das ändert alles.

Fasten, nur um abzunehmen ist unschlau!

Fasten ist nicht als Diät oder Abnehmprogramm zu sehen. Wenn ausschließlich das der Grund für dich sein sollte, um zu fasten, dann rate ich dir davon ab. Denn ruck zuck sind die Kilos danach wieder drauf. Es findet keine anhaltende Gewichtsreduktion statt. Was anderes ist es, wenn du es als Einstieg einer anschließenden Ernährungsumstellung nutzen möchtest. Das ist prima, denn du hast damit schon alle ungünstigen Bakterienstämme vor die Tür gesetzt. Sprich, die Lust auf all das ungesunde Zeug sinkt und die Ernährungsumstellung fällt dir leichter.

Wie sind meine 8 Tage Basenfasten abgelaufen?

Als erstes möchte ich dich darauf hinweisen, dass jeder selbst für sich und seine Gesundheit verantwortlich ist. Du solltest beim Vorhaben “Fasten”, das Ganze mit deinem Arzt oder Heilpraktiker absprechen. Ich erzähle dir hier nur, wie ich die 8 Tage für mich umgesetzt habe und gebe dir hier kein Versprechen der Richtigkeit oder Fehlerlosigkeit, im Ablauf meiner Fastentage. Dies ist ein Erfahrungsbericht und KEINE Fastenanleitung!

Also los! In den 8 Tagen führe ich insgesamt 3-mal ab. Gerade am ersten Tag ist das eine wahre Hilfe, weil dadurch kein Hungergefühl während der Fastentage aufkommt. Abgeführt habe ich sonst recht schonend, mit Indischen Goldregen (Cassia Fistula). Indischer Goldregen ist ein natürliches Abführmittel, welches zusätzlich eine große Menge an Giftstoffen im Körper bindet und diese dann über den Darm ausleitet. Außerdem hilft der Goldregen auch bei der Blutreinigung. Dieses Jahr habe ich das Abführen mit Bittersalz ausprobiert, weil ich auf den Unterschied neugierig war und auch keine Lust auf den Geschmack des Indischen Goldregens hatte. Ich bin gerade beim Thema Geschmack, da kann ich auch gleich weiter machen und von den “köstlichen” Teesorten berichten, die ich in der Zeit des Fastens zu mir nehme. Einmal Lebertee und einmal den Nierentee. Diese Teesorten trinke ich abwechselnd, einen davon am Morgen und den anderen dann am Abend. Von diesen beiden Sorten, schmeckt einer ganz besonders schlimm, frag mich jetzt aber nicht welcher. Egal, Augen zu und durch. Es sind ja nur 8 Tage. Kurz vor dem schlafen gehen lass ich es nochmal so richtig krachen. Denn da gibt es ein Glas Wasser mit Heilerde. Schmeckt wie Strandurlaub, nur leider nicht nach leckerer Sangria, sondern nach einer ordentlichen Portion Meeresboden. Prost!

Was gibt’s zu futtern?

Wie ich schon geschrieben habe, darf ich bei dem Basenfasten essen. Es gibt 8 Tage lang nur basische Lebensmittel. Die Auswahl ist Groß und du findest super Tabellen dazu im Netz. Auf meinem Speiseplan standen Obst und Gemüse oder auch verschiedene Nüsse. Die Mandel ist die Königsnuss unter den basenbildenden Nüssen. Aber Vorsicht, es gibt auch Nüsse die Säure bildend sind. Ich lese da auch immer mal wieder in Tabellen nach, wenn ich unsicher bin. Mit den Jahren bleibt aber vieles einfach hängen und ich muss weniger nachschlagen als früher.
Wichtig ist, dass der Magen/Darmtrakt nicht zusätzlich belastet wird, mit zum Beispiel  angebratenen oder stark gewürzten Speisen. Somit kann er seine ganze Energie zum Entgiften nutzen und die Organe werden entlastet. Ich verbanne in dieser Zeit Pfeffer und Salz radikal aus meiner Küche. Gewürzt wird mit Kräutern. Mein Essen schmeckt mir am Anfang schon etwas fad, aber ich gewöhne mich mit der Zeit daran und auf einmal wird aus einer simplen Kartoffel mit Schnittlauch, ein pures Geschmackserlebnis! Gegessen wird so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. Ab 18 Uhr sollte man nichts Essbares mehr zu sich nehmen, das weiß ich auch. Aber schaffe es trotzdem meist nie. Das nehme ich mir aber auch nicht krumm oder stresse mich noch ganz und gar deswegen. Egal. Jeglicher Stress fördert das Säure bilden im Körper, also sehe ich das in dem Punkt einfach mal nicht so eng und tue mir mit dieser Einstellung etwas Gutes.

Wie ist es mir in der Fastenzeit genau ergangen?

1. Tag: War ja ein Abführtag und ist intensiver als die anschließenden Abführtage. Ich war ab einer gewissen Zeit also nur auf dem Pott. Hab am späten Nachmittag das Erste gefuttert und es gab noch das Gefühl von Hunger.

2. Tag: Mir war manchmal etwas schwindelig. Ich hatte kein Gefühl von Hunger mehr und konnte auch prima schlafen. Mir kamen sogar Gedanken, die Fastenzeit um 2 Tage zu verlängern.

3. Tag: Ich habe mich in meinem Körper sehr wohlgefühlt, obwohl mir manchmal schwindelig wurde. Ab Nachmittag war meine Konzentration nicht mehr so gut und ich war etwas verpeilt. Ich habe mich wie nach einer Nacht ohne Schlaf gefühlt. Meine Geschmacksknospen haben sich schon verändert, denn das Gemüse hat super intensiv und wahnsinnig lecker geschmeckt.

4. Tag: (Abführtag) Ich wurde etwas reizbar und war schlapp. Am Abend, vor der Glotze, habe ich dann auch mal einen Jieper auf Chips gehabt. Das war schlimm, habe dann zum Wasser gegriffen. Nach 30 Minuten aushalten, war der Appetit auf Chips weg.

5. Tag: Ein richtig großer Spaziergang tat mir gut, aber schlapp habe ich mich dennoch gefühlt.

6. Tag: Am Vormittag hatte ich noch richtig Kraft, aber ab Nachmittag lies das nach. Schwindelig ist mir ab heute gar nicht mehr. Dennoch bin ich etwas gereizt und platt. Manche Leute regen mich so auf, ich habe keine Nerven mehr für sie. Eins weiß ich jetzt, verlängern werde ich die Fastenzeit nicht!!

7. Tag: Hunger oder Appetit habe ich nicht, das fetzt dieses Jahr echt!

8. Tag: (Abführtag) Ich fühl mich nicht mehr so Kraftlos wie die anderen Tage, aber Power unterm Arsch habe ich dennoch nicht. Morgen gibt es wieder “normales” Essen. Darauf freue ich mich, aber nur weil ich weiß, dass ich mich dann nicht mehr so schlapp fühle.

Mein Fazit

Mit jedem Mal fasten, fällt es mir leichter, die 8 Tage durchzuhalten. Ich bin echt erstaunt, dass ich dieses Mal nicht mit dem Appetit zu kämpfen hatte. Das war in den Jahren zuvor echt anders. Leider habe ich mich in den 8 Tagen recht schlapp und kraftlos gefühlt. Obwohl ich jeden Tag auf Bewegung  und 3 Liter Wasser trinken geachtet habe. Auf ein einsetzendes Glücksgefühl, habe ich dieses Mal auch nicht gewartet. Setzte bei mir die anderen Jahre ja auch nicht ein. Und dies bestätigte sich auch dieses Jahr wieder. Das stört mich aber nicht, denn glücklich bin ich trotzdem. Einfach nur aus dem Grund, weil ich die 8 Tage wieder einmal geschafft habe und etwas für meine Gesundheit getan habe. Ich freue mich auch schon jetzt darauf, nächstes Jahr wieder zu fasten.
Für die, die sich dafür interessieren: 2,5 kg habe ich durch das Basenfasten abgenommen, mein Mann übrigens 5 kg. Denk daran, was ich dir dazu weiter oben geschrieben habe!
Was wirklich toll ist, ich brauche nun wieder weniger Salz, um mir mein Essen schmackhaft zu machen. Der Resetknopf wurde in Sachen würzen gedrückt.

Mein Lieblingsrezept in der Fastenzeit

Abschließen möchte ich mit meinem absoluten Lieblingsrezept in der Fastenzeit, dem basischen Kartoffelsalat. Saulecker, sodass er oft in der Grillsaison, also sogar außerhalb der Fastenzeit, bei uns auf den Tisch kommt. Da darf er dann auch stärker gewürzt sein.

Basischer Kartoffelsalat mit Avocado: 

– Pellkartoffeln
– 2 Avocado
– 1 rote Paprika
– Lauchzwiebel
– Basilikum (frisch)
– Schnittlauch (frisch)
– Olivenöl
– naturtrüber Apfelessig
– wenig Gemüsebrühe (Bio, ohne Hefeextrakt)
– etwas warmes Wasser

Da ich ein Gefühlskocher bin, haue ich die Mengen von den einzelnen Komponenten oft nach Lust und Laune dran. // Ich koche einen Topf Pellkartoffeln, in der Zwischenzeit schneide ich alles was geschnitten werden muss. Pelle im Anschluss die Kartoffeln und schneide sie in Scheiben. Dann kommen die warmen Kartoffelscheiben mit allen Zutaten in eine Schüssel. Nur die Gemüsebrühe löse ich in etwas warmen Wasser auf und gieße sie im Anschluss über alles. Jetzt alles sorgsam umrühren und fertig ist ein leckerer basischer Salat. Wir essen ihn am liebsten noch warm.

Fandest du meinen Bericht interessant oder hat er dir vielleicht sogar geholfen? Hast du schon einmal gefastet? Und hattest du dabei ein einsetzendes Glücksgefühl, von dem alle immer berichten? Ich bin neugierig, du kannst also gerne kommentieren. Von herzen, deine Madeleine.